© 2020 Alfred Pfister

ÜBERWINTERN 2020 ITALIEN BIS SIZILIEN

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9.Januar 2020, Neuchâtel über den Simplon Pass
9.Januar 2020, Neuchâtel über den Simplon Pass 9.Januar 2020 Neuchâtel, Schweiz nach Montecrestese bei Domodossola, Es geht wieder los, endlich unterwegs nach Süden, doch erst mal geht es auf die Autobahn, nicht bevor noch meine Tankgasflaschen gefüllt sind. Das Wetter ist nicht schlecht und mit der Januarkälte ist es dieses Jahr nicht so arg winterlich. Doch erst geht es mal dem Genfersee entlang, immer wieder schön. Mir soll es recht sein, der Simplon Pass ist ja doch auf 2050müM. Dank dem wenigen Verkehr geht es zügig voran, keine LKW's die den Berg hoch kriechen. Oben angekommen weht aber doch ein recht zügiger Wind und es hat noch riesige Schneemauern, zudem ist es am Nachmittag schon um die Null Grad, es ist noch früh, also weiterfahren. Auch an meinem Stammplatz in Simplon Dorf weht es noch kräftig, also weiterfahren ins Flachland. Kurz vor Domodossola gibt es ja einen SP, den werde ich mir mal ansehen. Doch ein paar hundert Meter vor dem Ziel eine gesperrte Brücke, also zurückfahren und von der anderen Seite des Flusses probieren. Der Platz erweist sich als super Tip, sehr schön eingerichtet mit Ent/Versorgung, für Abwasser und Toilette, auch zu dieser Jahreszeit Wasser und alles Gratis, vielen Dank an die Gemeinde von Montecrestese. Daten: SP der Gemeinde, Gratis, Wasser, Entsorgung teilweise Strom.N 046°09'24.4", E 008°18'24.5". Kilometer Total 320.
Neuchâtel, Schw eiz n ach M o ntecrest ese b ei Do m odossol a, Itali en
10.Januar 2020, von Montecrestese nach Montale
Erst mal von dem frischen Bergwasser auffüllen, dann kann es weiter gehen, doch erst mal nur in die Stadt Domodossola, einkaufen ist angesagt, die Auswahl ist riesig und so landet erst mal viel zu viel des Guten im Kühlschrank.  
Die Strasse aus dem Tal hinaus ist leider immer noch nicht viel besser geworden, trotz Flickwerk rüttelt und schüttelt es ganz gehörig.
Nach endlosem rumpeln geht es endlich auf die Autobahn. Ich will heute ein ganzes Stück fahren, und vor allem will ich nicht in die Nähe von Mailand gelangen, da ist auf's Wochenende immer viel los. Ich wähle also erst mal die Route bis Alessandria. Hier geht es durch die fruchtbare Po Ebene, wo der Risotto-Reis angepflanzt wird. 
Daten: SP der Gemeinde, Gratis, Müll Container 
N 044°34'44.8", E 010°54'30.7". Kilometer Total 410.
11.Januar 2020, Montale nach Grottamare
Heute geht es nun aber endlich ans Meer. Ich bleibe auf der Autobahn, es ist ja doch ein ganzes Stück zu fahren, dem Meer entlang bin ich ja schon des öfteren gegondelt.
12.Januar 2020, Grottamare - Capoiale
Es geht immer der Küste entlang nach Süden.
13. Januar 2020, Capoiale - Manfredonia
Der Gargano, eine meiner Lieblingsgegenden in Italien, hier gibt es wunderbares Olivenöl und natürlich zauberhafte Landschaften. Die Kreidefelsen von Vieste sind ein Touristen Magnet, zum Glück zu dieser Jahreszeit ist es sehr still in dieser Gegend und alles ist geschlossen. Ich will heute mal ausnahmsweise auf den Campingplatz in Manfredonia, hier habe ich das letzte Mal im Restaurant sehr gut und preiswert gegessen. Also nichts wie hin, doch der CP ist offen, alles Deutsche und Österreicher die hier überwintern, aber das Restaurant ist geschlossen, so eine Enttäuschung.
14. Januar 2020, Manfredonia - San Cataldo
Immer weiter in Richtung Süden. Erst geht es durch die Lagunen rund um Foggia, es gibt ein paar wenige Flamingos da, doch der Hauptgrund hier zu sein sind die Käsereien, diese stellen den echten Büffel-Mozzarella her, ich decke mich schon mal mit dieser leckeren Spezialität ein. Bei Bari bleibe ich auf der Umfahrung, ich kenne Bari noch von meiner Arbeit und habe keine Lust mich ins Getümmel zu begeben. Auch in Lecce bleibe auf der Tangentialenvon da Richtung Otranto, da habe ich vor einiger Zeit mal an einem sehr ruhigen Platz direkt am Meer gestanden, und den Fischern zugeschaut. Diese hatten eine ganz spezielle Fangmethode entwickelt, auf einem kleinen Floss war die Angelleine befestigt. Das wurde nun an einer Schnur treibend losgelassen um nach einer gewissen Zeit wieder einzuholen. Doch der Zugang zum Meer ist versperrt, nur noch ein kleiner Platz vorne an der Strasse ist benutzbar, leider keine Alternative, ich sehe mich beim Leuchtturm um und werde fündig.
15. Januar 2020, San Cataldo - Torre Mozza
Heute morgen werde ich von Fischern geweckt, es sind zwar nur 3 aber die lautstarke Unterhaltung lässt eher auf ein Dutzend schliessen, egal, also Frühstück und weiter nach Süden, diese Strasse dem Meer entlang ist zwar manchmal recht schmal, aber es gibt wenig Verkehr und die Aussicht ist einfach fantastisch. Steile Klippen wechseln mit kleinen Stränden ab, leider wenig Möglichkeiten zum Übernachten. Ich will Heute bis in den Absatz des Stiefels kommen, mal sehen wie sich die Gegend hier verändert hat, früher haben wir ja ein paar mal hier in der Gegend Urlaub gemacht.
Mein Übernachtungsplatz in Torre Mozza
16. Januar 2020, Torre Mozza - Campomarina
Wieder einmal werde ich durch lautes Gezeter geweckt, ich wusste gar nicht, dass die Italiener solche Frühaufsteher sind. Mit kleinen Baggern sind sie dabei den Sand vom Parkplatz zurück zum Strand zu befördern, eine Arbeit die ihnen wohl nie ausgeht. Ich will ja weiter, die Gegend von Torre s. Giovanni, Aliste und Mancaverse besichtigen, wo wir früher die Urlaube verbracht haben. Unser Freund Rafaele ist ja vor Weihnachten verstorben, aber seine Familie lebt noch da. In Torre S. Giovanni haben wir oft am Strand mit Windsurfen, Opti-Segeln und Baden verbracht, mal sehen ob ich noch was erkenne. Das Haus von Rafaele finde ich nicht mehr, es wurde sehr viel in der Gegend gebaut, aber das Haus seiner Mutter und Schwester finde ich, aber die Familie lebt ja in der Winterzeit in der Stadt Taviano. Hier ist es wieder einmal sehr windig, ich fahre also weiter in Richtung Gallipoli. Die Strasse dem Meer entlang ist für jeglichen Verkehr gesperrt, also Inland auf die Umfahrungsstrasse. Die Stadt war schon bei meinem letzten Besuch für WOMO's gesperrt, macht nichts, ich fahre weiter in Richtung Porto Cesareo. Auf der Strasse dem Meer entlang haben wir doch da früher sehr gute Miesmuscheln gegessen, doch auch die Strasse ist für den Durchgangs Verkehr gesperrt. In Porto Cesario habe ich das letzte Mal übernachtet, direkt auf einem Felsen, doch die Idee verwerfe ich schnell, der Wind kommt da mit voller Wucht an, muss wohl weiterfahren. In Campomarina soll es einen schönen SP geben, also weiter durch die wilden Dünen, wo man auch bei ruhigem Wetter stehen könnte. Der SP erweist sich wirklich als schöner, sauberer Platz, nicht am Meer, daher viel weniger Wind.
17. bis 19, Januar 2020, Campomarina - Marina di Pisticci, Ruhetag Pisticci
Der Platz ist ja wirklich sehr ruhig, ich will eigentlich gar nicht aus den Federn, aber ich will ja weiter. In Taranto dann das übliche Chaos, sofort verwerfe ich meine Idee hier einzukaufen, doch am Stadtrand werde ich fündig, das Wochenende kann also kommen. Nach Taranto geht es auf einer Schnellstrasse weiter, nur die Bahn fährt hier der Küste entlang. Auf einer Stichstrasse geht es dann runter zur Küste. Den Stellplatz kenne ich von meinem letzten Besuch, es gibt da seit Jahren Verbotsschilder, aber im Winter ist das kein Problem, die Polizei kommt auch vorbei, aber sie grüssen freundlich, das war's dann. Es stehen auch schon etliche WOMO's da, aber der Strand ist lang und es gibt genügend platz für alle. Ich stelle mich ans Ende der Strasse in die Nähe der Fischerhütten, hier habe ich das letzte Mal leckeren Fisch und Tintenfisch gekauft, mal sehen ob es da was zu holen gibt. Tatsächlich kommt nach kurzer Zeit ein Fischerboot angerauscht, mit uralter Technik einer völlig verrosteten Wind wird das Boot auf's Land gezogen. Der Fang ist zwar nicht üppig, aber für mich reichen ein paar Tintenfische und Fische, einer schenkt er mir sogar noch, da muss ich doch gleich ein leckeres Fischgericht zubereiten. Der Katze schmeckt es auch, kein Grat bleibt übrig, im Gegensatz sieht es bei den Leuten leider nicht so toll aus
Es gefällt mir hier, als bleibe ich schon mal übers Wochenende hier, der Strand lädt ja zum Erkunden ein, zudem kann man ja schön Sonnenbaden, die Temperatur steigt, schön bis 17°.
20. Januar 2020, Marina di Pisticci - Ciro Marina
Es geht weiter, ich bin auf der Suche nach Wasser, mein Tank ist nach dem vielen Freistehen nun doch bald leer. Bei einer Tankstelle werde ich fündig, der Kühlschrank ist auch wieder voll, das Abenteuer kann also weiter gehen. Die Strasse verläuft sehr oft weg von der Küste, es gibt zwar immer wieder Stichstrassen die in die verschiedenen Lido's runter gehen. Ich sehe mir mögliche Plätze an, aber der grosse Kracher ist nicht dabei. Erst nach Crucioli Toretta gibt es eine Abzweigung nach Ute. Alice, sehen wir uns mal an. Tatsächlich auf einer Klippe steht ein Kloster mit Ausgrabungen und viel Parkplatz, da bleibe ich, im Laufe des Abends kommen Kühe vorbei, kein Problem, doch der Wind frischt wieder auf, auf der Klippe wird es da schnell ungemütlich, ich verziehe mich hinter die Klostermauer, da kann man ruhig schlafen. Bei dem Wetter kommt so ein Raclette wie gerufen, so kann man es sich gut gehen lassen.
21. Januar 2020, Ciro Marina - Ardore
Heute will ich wieder ein grösseres Stück fahren, es gäbe zwar Möglichkeiten unterwegs, aber ich will doch bald mal Sizilien erreichen. Ich bleibe also auf der SS-106 in Richtung Süden. Vorbei an Crotone, Soverato und Siderno. Bei Ardore Marina fahre ich über die Bahnlinie und die sehr enge Gasse zum Meer, doch da haben andere scheinbar die selbe Idee gehabt, der Platz hinten wo es ein paar Grünflächen hat ist völlig zugeparkt, das sind keine Durchreisende sondern Überwinterer, die wohl schon eine halbe Ewigkeit hier stehen, der Grund, es gibt hier Wasser und Entsorgung, zudem sind im Dorf einige Einkaufs-Möglichkeiten. Egal ich entsorge erst mal, Wasser auffüllen und dann weiter vorne in die Schlange einreihen. Ein wenig später kommt noch ein Schwede, so füllt sich auch die Promenade. Nicht wirklich ein Traumplatz.
22. Januar 2020, Ardore - Messina, auf nach Sizilien
Zeitig bin ich unterwegs, eigentlich wollte ich noch in Lazzaro übernachten, aber ich bin ja früh dran, so fahre ich weiter, Sizilien ist ja schon in Sichtweite. Also weiter durch Reggio di Calabria durch, nach Villa San Giovanni und auf die Fähre. Das klappt recht gut, zwar gibt es viel Verkehr aber keine Staus. Die Zufahrt zur Fähre ist gut ausgeschildert, sogar mein Garmin kennt diesmal die Strecke. Da ein Zollhäuschen, Ticketverkauf auch mit Kreditkarte kein Problem. Doch die Weiterfahrt um die 7 Ecken hat es in sich. Doch da steht auch schon die Fähre keine 10 Minuten und ich bin auf der Fähre, super. Aussteigen und an die frische Luft, und es ist frisch, der Wind pfeift durch die Strasse von Messina. Nur im Windschatten kann man es aushalten, sonst ist es recht ungemütlich.
Flucht quer durch Italien wegen Corona auf nach Griechenland 8. März 2020, Seccagrande - Marina di Sibari
Ich habe mich entschlossen, die Flucht nach vorne anzutreten. Da ja die Schreckensmeldungen nich abreissen, will ich doch so schnell als möglich Sizilien und auch Italien zu verlassen. Früh mache ich mich auf den Weg nach Messina. Von Palermo aus mit der Fähre nach Genua erschien mir nicht als gute Option, da der Weg nach Frankreich ja möglicherweise geschlossen werden könnte. Als Messina und mit der Fähre aufs Festland. Entgegen meiner normalen Art zu reisen, fuhr ich auf die Autobahn um möglichst schnell voranzukommen. Das ging dann auch recht gut, ausser in Caltanisetta, da war ein Tunnel gesperrt und so musste man durch die Stadt irren, meine beiden Navis wollten mich immer wieder zu diesem Tunnel leiten. Der Ätna zeigt sich nicht, alles Wolkenverhangen und die schwarzen Wolken verhiessen nichts gutes. Kurz vor Messina dann Wolkenbruch, wie aus Kübeln goss es runter, und das ganze Wasser sammelte sich auch auf der Strasse, langsam Fahrt war angesagt. Ich fand den Weg zum Fährterminal recht gut, weil Sonntag wahrscheinlich auch weniger Verkehr in der Stadt herrscht. Am Terminal ein Ticket besorgen und 20Min später fuhren wir schon los. In Villa San Giovanni fuhr ich wieder auf die Autobahn in Richtung Salerno um dann aber nach Taranto abzuzweigen. Nach fast 600Km hatte ich aber dann doch die Schnauze voll und fuhr ans Meer runter. Der Strand von Marina di Sibari war mein erstes Ziel. Einige Fischer und Spaziergänger da, alles voll vermüllt und der Weg zum Parkplatz wegen Bauarbeiten gesperrt. Da im Sand stehen bei der Nässe war nicht so mein Ding, aber am Hafen wurden noch einige Parkplätze angezeigt. Nichts wie hin. Da war zwar keine Meersicht, aber ich war müde und zum Schlafen brauche ich ja keine Meersicht. Der Platz war ausgesprochen ruhig, absolut kein Verkehr.
9. März 2020, Marina di Sibari - Brindisi zur Fähre nach Griechenland
Es ging wieder früh los heute Morgen, die Fähre in Brindisi fuhr ja um 13:00 und ich hatte noch kein Ticket. Also wieder auf dem schnellsten Weg weiter nach Taranto und Brindisi. Die Umfahrung von Taranto ist ja recht weit ausserhalb der Stadt, alles lief flüssig. In Brindisi war die Ausfahrt zum Hafen erst recht gut beschildert, doch dann im Industriegebiet fehlten die Schilder, also einfach den vielen LKW's nachfahren. Da war dann auch schon der riesige Parkplatz, übervoll mit Sattelschleppern. Ganz am Ende das Terminal. Etliche Schlangen standen da, alle mit Zetteln in der Hand, es war nicht wirklich klar wo für LKW und PKW angestanden wurde. Als ich dran war, meinte die Frau hinter der Scheibe mit Gesichtsmaske und Handschuhen ich müsse erst das Formular ausfüllen um einTicket kaufen zu könne. Darin musste man bestätigen, dass man sich gesund fühle und kein Fieber hätte. Der ganze Ablauf war dann doch recht kompliziert, die Frau konnte man mit ihrer Maske kaum verstehen. Die Fahrzeugpapiere und die ID Karte musste ich gegen die Scheibe halten, einzig die Kreditkarte für die Bezahlung hat sie dann wohl doch anfassen müssen. So gerüstet konnte ich gleich als Erster in den Warteraum für PKW's fahren. Nun wurden erst mal die LKW's verladen, Hunderte davon. Die letzten mussten dann vor der Rampe drehen und rückwärts auf die Fähre fahren, diese hat keine Lade Luke vorne, sondern nur eine Heckklappe. Eine Viertelstunde vor Abfahrt waren wir dran, ein WOMO und etliche Kleinbusse, die meisten aus Rumänien.